Ich möchte euch gerne von meiner Zeit im Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf erzählen. Als ich nach 4 Wochen auf der Intensivstation entlassen werden sollte, haben die Ärzte zu meiner Mama und meinem Papa gesagt, wir sollen in ein Kinderhospiz gehen, da ich die nächsten vier Wochen nicht überstehen würde. Das war ein ganz großer Schock für meine Eltern, aber wir haben den Schritt dennoch gewagt und sind dann ins Regenbogenland gegangen.

 

Der erste Besuch dort war für meine Mama ganz schlimm, sie hat viel geweint, aber die Sarah Kluth hat sich ganz lieb um uns gekümmert und uns das Haus erstmal gezeigt, und ich muss sagen Mama war dann nicht mehr ganz so geschockt. Es gab dort auch andere Kinder und es war nicht so, dass dort nur Kinder hingehen die "Sterben" sollten, sondern es gab Kinder die dort mit ihren Eltern oder auch alleine Urlaub machen durften, die wurden dann vom Team ganz toll betreut und auch für Geschwisterkinder wurde gesorgt. Das Haus ist so bunt und so fröhlich gestaltet, das war echt toll. Auch die ganzen Mitarbeiter und auch die ehrenamtlichen Helfer geben ihr bestes um es den Eltern und auch den Kindern so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

Aber erstmal zurück zu mir, wir wurden auf jeden Fall ganz herzlich im Regenbogenland aufgenommen, ich bekam meine eigene Krankenschwester zugeteilt und das war ganz toll.

 

Meine Mama musste sich überhaupt keine Sorgen machen, ich war wirklich bestens aufgehoben und dadurch das ich so klein war, hatte ich das Glück immer  rumgetragen zu werden und das habe ich natürlich auch total ausgekostet. Aber auch für meine Mama und mein Papa wurde gut gesorgt, sie bekamen ein eigenes Zimmer und wenn sie wollten konnten sie mich jederzeit zu sich holen, oder in mein eigenes (ja ich hatte ein eigenes Zimmer) kommen.

Am Anfang ging es mir nicht so gut, ich hatte eine Nasensonde und konnte gar nicht alleine trinken, aber durch die liebevolle Pflege im Kinderhospiz habe ich allmählich wieder gelernt zu trinken, alleine, das war so super.. Meine Mama konnte es gar nicht glauben als Yjabo (Krankenschwester) mir eines Tages einfach die Sonde gezogen hatte, meiner Mama und meinem Papa ist das gar nicht aufgefallen, da könnt ihr mal sehen... Doch die Freude war dann umso grösser. Tja und wie ihr schon erahnen könnt, ging es mir komischerweise im Regenbogenland immer besser, ich hatte mich wirklich erholt. Auch meiner Mama ging es langsam besser, sie hatte mittlerweile gelernt damit umzugehen, bzw. es anzunehmen das ich so krank bin. Die vielen Gespräche die meine Mama mit den Mitarbeitern des Kinderhospiz geführt hat, haben einen großen Teil dazu beigetragen das alles durchzustehen und auch die Leichtigkeit im Leben wieder zu finden. Meine Mama hat auch im Hospiz angefangen zu malen, obwohl sie es am Anfang total albern fand, malt sie heute immer noch, wenn ich ihr Zeit dazu lasse.

 

Die Erfahrung die meine Mama und auch mein Papa im Hospiz machen durften waren ganz besondere und ohne diese Hilfe wären meine Eltern wahrscheinlich heute nicht so gut in der Lage das alles zu meistern. Es war eine ganz tolle Zeit im Hospiz und an dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken; Melanie, Sarah, Rainer, Edda, Petra, Sonja, Yjabo, Melanie...auf jeden Fall beim ganzen Team, ich weiß leider nicht mehr alle Namen auswendig, aber ich hoffe das nimmt mir keiner Übel.

 

Es gab im Hospiz noch 2 weitere ganz besondere Menschen ohne die es meine Mama wahrscheinlich nicht so gemeistert hätte, und zwar die Vanessa und die Katja... Vanessa ist ein ganz besonderer Mensch die meine Mama sehr beeindruckt hat. Danke Vani.. Und natürlich nicht zu vergessen die nie müde werdende Katja, immer da wenn man sie braucht, sie macht das ehrenamtlich und sie ist echt super, danke Katja für alles..

 

Tja und dann kam die Zeit vom Hospiz Abschied zu nehmen, denn mir ging es wieder so gut, das meine Mama und mein Papa mich mit nach Hause nehmen konnten, nach vier Wochen hatte ich mich wirklich so gut im Hospiz entwickelt, da hätte keiner mit gerechnet.....Ich sollte laut Ärzten ja nicht älter als 7 Wochen werden und mittlerweile bin ich aber schon fast 11 Monate alt, zwar mit vielen Höhen und Tiefen aber ich bin noch da......

 

Ich möchte an dieser Stelle nochmal sagen wie wichtig die Hospize sind, nicht nur für die Kinder, Geschwisterkinder auch für die Eltern und die Oma`s und Opa`s, denn man lernt dort einfach sein Schicksal anzunehmen und damit zu leben, nur ein bischen anders... Das Kinderhospiz ist ein ganz besonderer Ort und vielleicht besucht ihr einfach mit die homepage des Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf und macht euch euer eigenes Bild. Wir haben viel aus dieser Zeit mitnehmen können und sind unendlich dankbar diese Einrichtung, einen ganz besonderen Ort für ganz besondere Menschen kennenlernen zu dürfen. Dort arbeiten viele wunderbare Menschen und stellen nichts in Frage sondern sind einfach da....Danke nochmal an alle für die wunderschöne Zeit

 

Lea

 

 


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